Meine Geschichten
24. April 2019

Zweiter Frühling

Zweiter Frühling auf meinegeschichten.de

Wir leben lange und gesünder als die Generationen vor uns. Die Lebenserwartung steigt und damit auch die Zeit, die wir durchschnittlich im hohen Alter verbringen. Die Ursachen sind vielschichtig, aber neben der maschinellen Unterstützung, die dafür sorgt, dass man meist nicht so hart arbeiten muss, wie noch vor Jahren, ist die Medizin wohl der wichtigste Faktor. Die hält us fit und gesund und sorgt dafür, dass wir auch die letzte Phase unseres Lebens in vollen Zügen genießen können. Ein zweiter Frühling kommt hier natürlich auch häufiger vor, als früher.

Leben 2.0

Kindheit, Ausbildung, Berufsleben und Rente waren im wesentlichen die Stationen, die wir durchlaufen. Zuerst selbst als Kind, später als Familienvater, oder  Mutter selbst um den Nachwuchs besorgt und schließlich alleine mit der Partnerin, oder dem Partner. Erwachsene Kinder und ein gemeinsames Altwerden. Dieses Lebensmodell passt aber nicht mehr so ganz in die heutige Zeit. Man heiratet nicht mehr, wie man es früher getan hat und auch selbst Kinder großzuziehen ist nicht mehr selbstverständlich. Man lebt in Beziehungen und was früher ein Leben lang hielt und als Ehepartner bezeichnet wurde, ist heute der Lebensabschnittspartner. Ein Mensch, den wir lieben, mit dem wir leben, mit dem wir aber nicht alt werden. Eine rasche Abfolge an Beziehungen, manche tiefer, manche recht oberflächlich, prägen heute unser Leben. Im Alter kann das zwei Auswirkungen haben.

Weitermachen

Die erste Variante wäre es, so weiterzumachen. Auch wenn der Mann im Alter Hilfsmittel, wie Kamagra benötigt, spricht wenig dagegen, auch im Alter regelmäßig Beziehungen zu haben. Auch der One-Night-Stand ist dank der Potenzmittel keine leere Floskel mehr. Ein zweiter Frühling ist das zwar nicht, aber so etwas wie ein Dauerfrühling. Man lebt auch im Alter sein Leben, hat mehrere Bekanntschaften und bleibt sexuell aktiv, solange es geht. Dass es lange geht, dafür sorgen Pillen und eben die moderne Medizin.

Einsamkeit

Die zweite Variante, die nicht weniger Wahrscheinlich ist, ist die Einsamkeit. Ständig beim Wechseln der Partner und neuen Gelegenheiten selten abgeneigt, muss man sich eines Tages eingestehen, dass die eigene Attraktivität nachgelassen hat. Die Partnersuche im Alter gestaltet sich mitunter schwieriger als für den jungen Menschen. Vielleicht hat man Ansprüche, die die Zielgruppe stark einengen. Man sucht eine Partnerin, die dem Schönheitsideal entspricht, jung und attraktiv ist. Ob sich eine solche Partnerin auf eine Beziehung mit einem älteren Mann einlässt ist fraglich. Es gibt zwar ein Klientel, das sich mit Geld von der Sinnhaftigkeit einer Beziehung überzeugen ließe, allerdings sind die wenigsten älteren Männer in der finanziellen Lage eine solche Frau auszuhalten. Ein solches Leben muss also im Alter geändert werden.

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Ein zweiter Frühling

Was allerdings passieren kann ist das Eintreten eines zweiten Frühlings. Hat man sein Leben umgestellt und sich mit der neuen Situation und dem eigenen Alter arrangiert, dann ist es recht wahrscheinlich, dass sich ein zweiter Frühling einstellt. Offen für das was kommt und frei von den selbst auferlegten Einschränkungen des bisherigen Lebens kann man im Alter oft Dinge annehmen, die man in der Jugend für unmöglich gehalten hätte. So kann es ganz leicht passieren, dass man sich plötzlich verliebt. Ein zweiter Frühling ist eine wunderbare Sache und ein klares Zeichen, dass man noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Offen sein

Was ich daraus selbst für das Alter mitnehme ist die Notwendigkeit sich einzugestehen, wie alt man ist. Ja, das Alter kann unangenehm sein und Ja, man wäre lieber jung, als alt, aber was soll man denn tun? Altwerden ist ein klar vorgezeichneter Weg. Entweder man stirbt jung, oder man wird alt. In jedem Fall kann man nicht ewig jung bleiben. Das ist aber auch ganz gut so. Je älter man wird, desto erfahrener ist man. Man hat Fehler gemacht, aus denen man gelernt hat und kann sich besser in den verschiedenen Situationen bewegen. Alt sein ist nicht zwangsläufig schlecht. Schafft man es, so gut es geht, sorgenfrei zu sein, also entweder ausreichend Einkommen zu haben, oder seine Ausgaben so zu reduzieren, dass man finanziellen Spielraum hat, dann steht dem Glück im Alter kaum etwas im Wege. Ein zweiter Frühling ist eine anstrebenswerte Entwicklung!

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